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Internationaler Frauentag “Zusicherung von Gleichheit”

Am 8. März 2016 feierten Frauen, Feministen und Feministinnen rund um die Welt das Jubiläum des ersten Internationalen Frauentages, der von Führenden der weltweiten Frauenbewegung vor 105 Jahren ins Leben gerufen wurde. Das Thema der diesjährigen Feier ist die Zusicherung von Gleichheit. Im Rahmen dieser Aktion verpflichten sich Einzelpersonen dazu, Maßnahmen zu ergreifen, um die Gleichheit für Frauen in sozialen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Sphären zu sichern. Bedauerlicherweise prognostiziert das Weltwirtschaftsforum, dass die Gleichheit für Frauen rund um den Globus erst 2133 erreicht sein wird. Dies stellt eine deutliche Hinauszögerung gegenüber des Jahres 2014 dar, in dem die Gleichheit für Frauen bis spätestens 2095 prognostiziert war. Wie präsentiert sich heute die Verlangsamung der Gleichberechtigung für Frauen gegenüber den Fortschritten des 20. Jahrhunderts? In den ProQuest Historical Collections ziehen wir einen Bericht über Frauenthemen im Laufe der Zeit näher in Betracht, um herauszufinden, wie weit wir bislang gekommen sind und blicken auf den langen Weg, den wir noch vor uns haben.

Die fünfteilige “Pledge for Parity”(Zusicherung von Gleichheit) gliedert sich wie folgt:

1. Frauen und Mädchen dabei unterstützen, ihre Ziele zu verwirklichen

Organisationen müssen den Weg für Frauen in die Führungsebene ebnen. Dabei weisen diese auf berufliche Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen hin, die zu ihren Kompetenzen und professionellen Leitbildern passen. Darüber hinaus stellen sie die Erfahrungen zur Verfügung, die zur Verwirklichung ihres vollen Potenzials Voraussetzung sind.

Einzelpersonen können sich dazu verpflichten, sich aktiv für sich selbst einzusetzen, und wenn möglich sich als Förderer für andere Frauen bei der Verwirklichung ihrer persönlichen Ziele einsetzen und dabei als effektive Leitbilder dienen.

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ProQuest History Vault enthält viele Archivbestände, die zeigen, wie Frauen im 20. Jahrhundert bereit waren, sich trotz enormer Schwierigkeiten für die Gleichstellung von Mann und Frau einzusetzen. Insbesondere einer Sammlung mit den Unterlagen der Organisation Women’s Action Alliance, die 1971 zur Förderung der Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit von Frauen durch lokale Basisbewegungen gegründet wurde. Die Women’s Action Alliance hat mit der Förderung der Gleichstellung am Arbeitsplatz sowie geschlechtsneutraler Vorschulerziehung den Status quo infrage gestellt. Die Women’s Action Alliance hat Frauen nicht nur dazu ermutigt, ihre Ziele zu verwirklichen, sondern die Führung der Organisation hat diese Wertvorstellung gelebt, mit versierten Frauen wie z.B. Gloria Steinem und Dorothy Pitman-Hughes am Ruder, die als Vorbilder für tausende von Frauen dienten, für die sie sich eingesetzt haben.

2. Bewusste und unterbewusste Vorurteile infrage stellen

Studien zeigen, dass Organisationen und Teams mit Geschlechterparität qualitativ hochwertigere Ergebnisse liefern und dass integrative Gesellschaften progressiver sind, wobei tief verwurzelte Voreingenommenheit Gleichberechtigungsfortschritte verlangsamen können.

Organisationen müssen Kulturen fördern, in denen alle Menschen sich wertgeschätzt und beteiligt fühlen und zu denen diese Beiträge im Rahmen ihrer jeweiligen Fähigkeiten und Kompetenzen leisten können.

Einzelpersonen können sich dazu verpflichten, mehr über ihre eigenen Vorurteile zu lernen und sich mit diesen sowie mit anderen Erfahrungen und Standpunkten auseinandersetzen und ihr Verhalten ggf. entsprechend anzupassen.

chatelaineProQuest Women’s Magazine Archive enthält mehrere in der heutigen Zeit eher als Lifestyle-Magazine wahrgenommene Verbraucherzeitschriften, die ursprünglich einen eher politischen bzw. literarischen Charakter besaßen. Ein Beispiel dafür ist Chatelaine, eine kanadische Zeitschrift, die zum ersten Mal 1928 erschienen ist. Diese entwickelte sich während der ersten Welle des Feminismus zu einer hochpolitischen Zeitschrift. Artikel über diverse Themen, wie z.B. die Rolle der Frau in der Geschäftswelt und Finanzverwaltung oder sexuelle Selbstbehauptung und sexuelle Identität lassen auf die Bestrebungen im frühen 20. Jahrhundert schließen, unterbewusste Vorbehalte von Frauen gegen ihre eigenen Ambitionen nach mehr wirtschaftlichen und sozialen Leistungen zu durchbrechen.

3. Aufruf für Geschlechterparität auf der Führungsebene

Unternehmen mit Frauen im Vorstand übertreffen ihre Konkurrenten in Bezug auf Eigenkapitalrendite, Nettoeinkommenswachstum und Kurs-Buchwert-Verhältnis sowie in sehr vielen nicht finanziellen Messwerten.

Organisationen müssen Frauen strategische Tätigkeiten und Funktionen exponieren, damit diese die Erfahrung sammeln können, die für leitende Positionen Voraussetzung sind sowie messbare Zielvorgaben für die Ernennung von Frauen zu Führungspositionen einrichten.

Einzelpersonen können ihren jetzigen bzw. potenziellen Arbeitgebern zeigen, dass sie Geschlechterparität auf der Führungsebene schätzen und erwarten. Diese sollten sich Führungs-, Förder- und Mentoring Programme aufsuchen, sowie Erfahrung in strategischen und finanziellen Rollen sammeln und Kontakte zu integrierten Netzwerken, die Fortschritt für Frauen als Ziel haben, knüpfen.

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Inhalte in den ProQuest Historical Newspapers aus dem The Wall Street Journal beginnt im Jahre 1889 und beinhaltet umfangreiche Berichterstattung über die Rolle von Frauen in der Geschäftswelt aus dem gesamten 20. Jahrhundert. Über Mentoren, Führungstrainings und Netzwerkmöglichkeiten für Frauen wird ausführlich berichtet. Auch reichlich enthalten sind Beiträge über Firmen und Organisationen, die im Laufe der Zeit große Fortschritte gemacht haben, was die Integration und Unterstützung von Frauen betrifft.

4. Leistungen von Frauen und Männern gleich bewerten

Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen auf das Niveau von Männern hat positive Auswirkungen auf das BIP in entwickelten sowie aufstrebenden Volkswirtschaften.

Organisationen müssen gleichberechtigte, faire Talentförderungsprozesse einrichten, die für Geschlechtsparität und Vielfalt zielführend sind.

Einzelpersonen können sich Standpunkte aussuchen, die von ihren eigenen abweichen, vielfältige Team Buildings priorisieren und sich in integrativen Netzwerken engagieren, um vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen.

whitehouseProQuest Executive Branch Documents bietet Zugriff auf Regierungsunterlagen, die im Laufe des 20. Jahrhunderts veröffentlicht wurden. Diese behandeln die Beiträge von Frauen zum Wirtschaftswachstum im Allgemeinen sowie die alternativen und vielseitigen Perspektiven, die Frauen in der Arbeitswelt bieten können und die zu verbesserten Ergebnissen für Unternehmen führen. Ein Beispiel dafür ist das seit vielen Jahren veröffentlichte Handbook of Labor Statistics des U.S. Amt für Arbeitsstatistik (Bureau of Labor Statistics), das verschiedene Aspekte der U.S. Wirtschaft quantifiziert, z.B. wie viele Frauen sich dafür entscheiden, ein- bzw. aus den Arbeitsmarkt zu steigen oder der Einfluss von Frauen auf Produktivität am Arbeitsmarkt.

 5. Integrative, flexible Kulturen schaffen

Nach wettbewerbsfähigen Gehaltsstrukturen und Zusatzleistungen haben Berufstätige in acht Ländern Arbeitsflexibilität mit der Perspektive auf Aufstiegsmöglichkeiten als den wichtigsten Faktor bei potenziellen Jobs bewertet.

Organisationen sollten anerkennen, dass die Abgrenzung zwischen Karriere und Privatleben immer weniger deutlich definiert wird. Sie sollten progressive Arbeitsstrukturen schaffen, die ein flexibles Arbeiten für alle Mitarbeiter – unabhängig von Alter, Geschlecht, Rang oder Wohnort – ermöglichen, damit diese bei der Verwirklichung ihrer professionellen Ziele ihr Arbeits- sowie Privatleben effektiver bewältigen können.

Einzelpersonen können vertrauensvolle, teamorientierte Arbeitsumfelder schaffen, in denen flexibles Arbeiten gefördert wird, indem Mitarbeiter selbst über ihre Arbeitszeiten, ihren Arbeitsort sowie die Art und Weise, auf der man die Arbeit erledigt, entscheiden können.

michelleobamaProQuest’s The Vogue Archive verfolgt die Bewegung für Verbesserungen in der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben für berufstätige Frauen im späteren 20. Jahrhundert. Ob es um Berichterstattung über Themen rund um den sogenannten “Mommy-Track”, also die Laufbahn, Hausfrau zu werden und Kinder zu erziehen, oder Diskussionen über die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der steigenden Anzahl an Frauen, die in den U.S.-Kongress gewählt werden, die in der Vogue festgehaltenen Artikel werfen ein Licht auf die Wichtigkeit von Frauen, insbesondere in Bezug auf die Betonung von Work-Life-Balance und wie die Gesellschaft im Allgemeinen davon profitieren kann, abgesehen von Familienstrukturen oder sozialem Geschlecht.

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(die oben angegebenen Ressourcen sind in englischer Sprache)